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Durchbruch beim Impfstoff gegen Leishmaniose

US-Wissenschaftler stimulieren Immunsystem mit gefälschtem Virus

Sandfliege: Sie ist gefährlicher Überträger

Atlanta - Forscher am Georgia Institute of Technology  haben einen Impfstoff gegen die Infektionskrankheit Leishmaniose entwickelt, der Labormäuse vor der Krankheit schützt. Die Tiere waren genetisch so verändert worden, dass sie über ein menschenähnliches Immunsystem verfügen. Deshalb glaubt Biochemiker M.G. Finn, dass der Impfstoff auch beim Menschen wirkt.

Sandfliegen als Problem

Leishmaniose wird von Schmetterlingsfliegen übertragen, die überall leben, wo die Temperatur zehn Grad Celsius nicht unterschreitet. Gefährlich ist vor allem die Sandfliege, die in den Tropen und Subtropen vorkommt, aber auch im Mittelmeerraum. Mit dem Klimawandel rückt sie immer weiter nach Norden vor, sodass immer mehr Menschen von dieser Krankheit befallen werden können. In Paris hat es schon Fälle gegeben, in Deutschland, Österreich und der Schweiz bisher noch nicht. Jährlich werden weltweit zwei Mio. Menschen mit Leishmaniose infiziert. Zwölf Mio. leiden darunter.

Finns Team hat Sandfliegen gesammelt und die molekulare Struktur der die Krankheit auslösenden Leishmanien mithilfe der Massenspektroskopie untersucht. Die Forscher entdeckten auf der Oberfläche der Krankheitserreger ein winziges Detail, das sie für das Immunsystem des Menschen angreifbar macht. Der potenzielle Impfstoff besteht aus einem gefälschten Virus, der gewissermaßen als Köder für das Immunsystem dient, das prompt tätig wird und ihn zu vernichten sucht. Ein weiterer Vorteil: Der eingesetzte Virus ist nicht infektiös.

Gut getarnte Parasiten

Die Parasiten sind so schwer zu bekämpfen, weil sie sich mit einer Hülle aus Kohlenhydraten tarnen. Diese erscheinen dem Immunsystem als relativ ungefährlich, sodass es nur mild reagiert. Um die Leishmanien abzutöten, reicht das nicht. Aber ein Anfang war gemacht. Mit dem gefälschten Virus ließ sich die Gegenwehr des Körpers stimulieren. Ehe das Mittel an Menschen eingesetzt werden kann, sind aber noch umfangreiche Tests nötig.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: Uni Minas Gerais, gatech.edu

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